Wappen der Familie Čuljak mit der Jahreszahl 1701 und dem Ortsnamen Klobuk
Obitelj Čuljak · Klobuk · Ljubuški · Hercegovina

Čuljak.

Ein Geschlecht vom Hügel Klobuk bei Ljubuški — und die Geschichte des Ortes, der ihm seinen Namen gab.

Heimat KlobukWappen 1701Erstes Zeugnis 1860

Dieser Name hat einen Ort. Am westlichen Rand der Herzegowina, dort wo der steinige Karst der Bekija in die Ebene übergeht, erhebt sich ein einzelner Hügel — steil wie eine Mütze, ein klobuk. Er gab dem Dorf zu seinen Füßen den Namen, und das Dorf gab ihn weiter an eine Sippe, die ihn bis heute trägt: Čuljak.

I
Der Name

Čuljak — woher der Name kommt

Prezime · Familienname
Čuljak
[ˈt͡ʃuʎak] · kroatisch, katholisch

Ein herzegowinischer Name mit ausdrücklicher Heimat: „Die Čuljak sind Kroaten und stammen mehrheitlich aus der Herzegowina — aus Klobuk bei Ljubuški.“

Über die Herkunft des Namens streiten zwei Deutungen — und beide führen, jede auf ihre Weise, zurück zum Stein und zur Gestalt des Landes.

Deutung 1 · Toponym

Vom Gipfel

Vom dalmatinischen čulj — „Spitze, Gipfel, Bergscheitel“. Ein Čuljak wäre dann jemand, der oben auf der Höhe lebte. Eine Deutung, die im Schatten eines kegelförmigen Hügels namens Klobuk eine besondere Stimmigkeit gewinnt.

Deutung 2 · Übername

Vom Merkmal

Vom Adjektiv čulav / čuljav — „klein- oder stummelohrig“. Ein Beiname, der vom Vieh auf den Menschen überging, wie viele alte Familiennamen aus einem körperlichen Merkmal entstanden.

II
Das Wappen · 1701

Das Wappen der Familie Čuljak

Vollständiges Wappen der Familie Čuljak mit der Jahreszahl 1701 und dem Ortsnamen Klobuk

Das Familienwappen trägt zwei Inschriften, die alles Wesentliche sagen: die Jahreszahl 1701 und den Namen des Ortes — KLOBUK. In zwei Feldern erzählt es vom Leben dieses Geschlechts zwischen Glaube, Land und Herkunft.

  • Sterne & Lammim oberen Feld — Zeichen des Glaubens und der Sanftmut; das Lamm als altes christliches Sinnbild.
  • Kreuz & Kelchdas Kreuz über einem Gefäß — die tief katholische Prägung der herzegowinischen Heimat.
  • Fass & OchseWeinfass und Ochse — Wein- und Ackerbau, die Arbeit auf dem kargen Karstboden.
  • Hügel & Sonneim unteren Feld der Hügel Klobuk vor strahlender Sonne — der Berg, der dem Namen seine Gestalt gab.
  • Rebe & Traubendie Weinrebe — der Weinbau der Herzegowina, bis heute prägend für die Region.
  • Schachfelddas rot-weiße šahovnica-Muster — das Bekenntnis zur kroatischen Zugehörigkeit.

Die Deutung folgt der sichtbaren Darstellung und herzegowinischer Tradition; die genaue Bedeutung kennt die Familie selbst am besten — Ergänzungen sind willkommen.

III
Das Geschlecht & sein Grund

Vom Brdo zu den Čuljkove Njive

Kein Name ist so fest mit Klobuk verwachsen wie dieser: Ein ganzer Weiler trägt ihn.

Die Überlieferung der Pfarrei erzählt es klar: Die Čuljci wohnten ursprünglich auf Brdo — dem „Berg“, oberhalb des heutigen Sendemasts. Als der Platz dort eng wurde, zogen sie nach und nach hinab auf ihre Felder. Diese Felder gaben dem neuen Weiler seinen Namen: Čuljkove Njive, die „Čuljak-Felder“. Neben den Čuljak siedelten hier auch die Međugorci, die denselben Weg vom Brdo nahmen.

In den Kirchenbüchern taucht der Name erstmals 1860 auf — bei der Taufe der Iva, Tochter des Martin Čuljak. Der Weiler selbst wird erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eigens genannt; zuvor zählte man ihn zu Šiljevišta, obwohl die Namen seiner Bewohner ihn längst als Čuljkova Njiva auswiesen. Bis heute liegt am Ort das Čuljkovo groblje — der Friedhof der Sippe.

Die Čuljkove Njive bei Klobuk
Die Felder der Familie unterhalb des Brdo.
IV
Die Heimat

Klobuk — ein Grenzland aus Stein und Wasser

Klobuk liegt ganz im Westen der Gemeinde Ljubuški und bildet deren westliche Schwelle — die letzte herzegowinische Siedlung vor der kroatischen Grenze.

Hier trifft die steinige Bekija — das Hochland um Imotski und Grude — auf die Nahija, die fruchtbare Ebene des Vitinsko und Ljubuško polje. Durch die Gemarkung zieht der Fluss Trebižat, der auf seinem Lauf mehrfach den Namen wechselt; unterhalb des Weilers Poljane bricht die Karstquelle Klokun hervor.

Den Namen gab der Hügel: Das Wort klobuk bedeutet „Mütze“ und führt über das altslawische klobukъ auf das orientalische kalpak zurück — eine hohe, spitze Kappe. Genau diese Gestalt hat der Berg, der sich an allen Seiten gleich steil aus dem Feld erhebt. Das Dorf gliedert sich in rund ein Dutzend Weiler — zaseoci — darunter die Čuljkove Njive.

Orientierung

Eine Karte des Hügels

Der Hügel, seine Weiler und der Fluss — und mittendrin der Grund der Familie: das Brdo und die Čuljkove Njive.

Klobuk · 478 mTrebižat · TihaljinaBrdoStammsitz · oberhalb des SendemastsČuljkove NjiveFelder der Familie · Čuljkovo grobljeŠiljevištaBorajnaPoljanevrelo KlokunVlakeDračeOsojeN
Orte der Familie Čuljak weitere Weiler (zaseoci)

Schematische Orientierungsskizze — nicht maßstabsgetreu; die Lage der Weiler ist annähernd dargestellt.

V
Die Zeitachse

Dreitausend Jahre auf einem Hügel

Die Heimat der Čuljak ist alt. Der Hügel war Wehranlage, Grenzwacht und Friedhof, lange bevor sein Name zum ersten Mal auf Papier stand.

Vorgeschichte · Antike
1. Jt. v. Chr. — illyrische Gradina

An der Westflanke des Hügels verbirgt sich eine illyrische Wallburg (gradina) mit einem Trockenstein-Wall von 230–250 m Länge — möglicherweise von den Ardiäern, die hier die Ankunft der Slawen erwarteten.

Römische Antike
1.–4. Jh. n. Chr. — Rom an der Tihaljina

Der Raum Ljubuški wird römisch; Grabinschriften belegen Legionsteile und Hilfskohorten. Wenige Kilometer entfernt entsteht bei Humac ein bedeutendes Militärlager.

Mittelalter
14.–15. Jh. — Bosnischer Staat & die Kosača

Die Landschaft gehört zum mittelalterlichen bosnischen Staat und fällt an das Adelsgeschlecht der Kosača unter Herzog Stjepan Vukčić — nach ihm trägt die Herzegowina ihren Namen. Aus dieser Zeit stammen die stećci, die auch bei Klobuk stehen.

Osmanische Zeit
1585 — der Ortsname tritt ins Licht

In einer osmanischen Dörferliste von 1585 wird Klobuk erstmals urkundlich genannt. Die Katholiken feiern ihre Messe heimlich auf dem Hügel Markovište — ein Brauch, an den bis heute erinnert wird.

Familie
1701 · 1860 — Wappen & erstes Zeugnis

Das Familienwappen nennt die Jahreszahl 1701 und den Ort Klobuk. In den Pfarrmatrikeln erscheint der Name Čuljak erstmals 1860 bei der Taufe der Iva, Tochter des Martin Čuljak.

Österreich-Ungarn
1873 · 1907 — Pfarrei und Schule

Am 1. Mai 1873 wird Klobuk eine eigenständige Pfarrei (sv. Marka) — mit 5 Dörfern, 243 Häusern und 1.607 Gläubigen. 1907 öffnet die Dorfschule.

20.–21. Jahrhundert
heute — in die Welt

Wie weite Teile der Herzegowina erlebt Klobuk eine große Auswanderung — nach Kroatien, Deutschland, in die Neue Welt bis nach Argentinien. Die Pfarrei begeht 2023 ihr 150-jähriges Bestehen.

VI
Stein & Glaube

Die stummen Zeugen — stećci, Gradina, Markovište

Im Raum Ljubuški sind an 45 Fundorten rund 600 stećci dokumentiert — mittelalterliche Grabsteine des 14. und 15. Jahrhunderts, auch in Klobuk. Ihre Ränder umzieht oft ein geflochtenes Seil; auf den Flächen erscheinen Kreuze und Halbmonde, Rosetten und menschliche Gestalten.

Die katholische Identität dieses Landstrichs ist alt und zäh. In osmanischer Zeit wurde die Messe an einem versteckten Platz auf dem Markovište gelesen; heute kehren Pfarrei und Gläubige einmal im Jahr dorthin zurück, um jener schweren Jahre zu gedenken.

Die Geschichte der Pfarrei und ihrer Weiler hat der Historiker Fra Dr. Robert Jolić 2015 in der Monografie „Župa sv. Marka u Klobuku“ aufgearbeitet — 472 Seiten, 331 Fotografien, sieben Karten.

VII
In die Welt

Ein kleines Dorf, eine weite Wirkung

Von Klobuk aus zog der Name in die Welt — nach Dalmatien und Slawonien, nach Deutschland und bis nach Argentinien. Und für seine Größe brachte das Dorf erstaunlich viele bekannte Söhne und Töchter hervor.

Marija Pejčinović Burić
Diplomatin · Europarat

Geboren 1963 in Mostar, mit den Wurzeln in Klobuk, Gymnasium in Ljubuški. Kroatische Außen- und Europaministerin sowie stellvertretende Regierungschefin — und ab Oktober 2019 Generalsekretärin des Europarats, als erst zweite Frau und erste Person aus Mittel- und Südosteuropa an dessen Spitze.

Milijan Brkić
Politiker · Sabor

Stammt aus dem Weiler Brkići-Vlaka. Langjähriger Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des kroatischen Parlaments (Sabor).

Ehrw. Petar Barbarić
Jesuit · Diener Gottes

Geboren am 19. Mai 1874 im Weiler Šiljevišta. Als Jesuiten-Scholastiker starb er am 15. April 1897 in Travnik im Ruf der Heiligkeit. 2015 bestätigte Papst Franziskus seinen heroischen Tugendgrad — seither Venerabilis, auf dem Weg zur Seligsprechung.

Bilder

Bilder aus Klobuk

Hierher gehören eure Fotos — vom Hügel, vom Dorf, von der Familie.

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